Inter- und Transdisziplinarität in der Nachhaltigkeitswissenschaft

Von Beginn an haben die modernen Wirtschaftswissenschaften  gesellschaftliche Prozesse nicht nur beobachtet und beschrieben, sondern diese auch selbst katalysiert und beeinflusst. Damit  haben sie einer Entwicklung den Weg gebahnt, die neben  unbestrittenen Erfolgen zu ökologischen Zerstörungen, sozialen Verwerfungen und immer wiederkehrenden ökonomischen Krisen geführt hat. Mehr denn je braucht es eine transformative Wirtschaftswissenschaft, die insbesondere auch die Bedingungen und Möglichkeiten  einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft analysiert und verbessern hilft.

Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung

Ökologisches Wirtschaften 2. 2016, 30-34

Akteure

Institut für sozial-ökologische Forschung
https://www.isoe.de/

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der Nachhaltigkeitsforschung. Wir entwickeln wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsfähige Konzepte für Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – regional, national und international. 

 

Unsere Publikationen finden Sie auf www.isoe-publikationen.de

 

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung

https://www.iass-potsdam.de/de

Der Forschungsansatz des IASS ist transformativ, transdisziplinär und ko-kreativ: Problemverständnisse und Handlungsoptionen entwickelt das Institut in Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Mehr unter     IASS 

Wuppertal Institut

https://wupperinst.org/


Das Wuppertal Institut verbindet in seiner Forschung Klima-, Umwelt- und Ressourcenaspekte und verknüpft ökologische Fragestellungen mit solchen des ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels. 

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)

https://www.ioew.de/

Das IÖW ist ein führendes wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung. Wir erarbeiten Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften – für eine Ökonomie, die ein gutes Leben ermöglicht und die natürlichen Grundlagen erhält.

Literatur

Heinrichs, H.: Michelsen, G. (2014) (Hg.): Nachhaltigkeitswissenschaften. Springer Spektrum: Heidelberg.
Hochmann, L. (2020) (Hg.): economist4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt. Murmann: Hamburg.
Lange, S.; Santarius, T. (2018): Smarte Grüne Welt. Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit. oekom: München
Novy, A.; Bärnthaler, R.; Heimerl, H. (2020): Zukünftiges Wirtschaften. Beltz Juventa: Weinheim  und Basel.
Paech, N. (2012): Nachhaltiges Wirtschaften jenseits von Innovationsorientierung und Wachstum. Eine unternehmensbezogene Transformationstheorie. Metropolis: Marburg.
Pfister, T. (2017) (Hg.): Nachhaltigkeitswissenschaften und die Suche nach neuen Wissensordnungen. Metropolis: Marburg.
Pfriem, R.; Schneidewind, U.; Barth, J. Graupe , S.; Korbun, T. (2017) (Hg.): Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Metropolis: Marburg.
Schaltegger, S.; Burrit, R. & Petersen, H. (2003): An Introduction to Corporate Environmental Management - Striving for Sustainability.Greenleaf: Sheffield, UK.
Schneidewind, U.; Singer-Brodowski, M. (2014): Transformative Wissenschaft. Klimawandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem. Metropolis: Marburg.


Forschung und Lehre

Zentrale Forschungseinrichtungen und Universitäten zur Nachhaltigkeitswissenschaft


Nachhaltigkeit in der Hochschulforschung
Nachhaltigkeit an Hochschulen: entwickeln – vernetzen – berichten (HOCHN)  2018

Leuphana Universität Lüneburg  Centre for Sustainability Management

https://www.leuphana.de/institute/csm.html









Das Cent­re for Sustaina­bi­li­ty Ma­nage­ment (CSM) der Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg ana­ly­siert Ur­sa­chen, Struk­tu­ren und Pro­zes­se von Um­welt-, Ge­sell­schafts- und Nach­hal­tig­keits­pro­ble­men an­hand von Me­tho­den der Ma­nagem­ent­wis­sen­schaf­ten, des Un­ter­neh­mer­tums (En­tre­pre­neurship) so­wie der Um­welt- und Nach­hal­tig­keits­wis­sen­schaf­ten.

Dar­auf auf­bau­end entwickelt das CSM Kon­zep­te und Nach­hal­tig­keitslösun­gen für Un­ter­neh­men, Wirt­schaft und Ge­sell­schaft. Ein Schwer­punkt liegt auf der Ver­knüpfung der öko­lo­gi­schen, so­zia­len und öko­no­mi­schen Di­men­sio­nen des Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments.

Das CSM ist An­bie­ter des berufbegleitenden Studiengangs MBA Sustainability Management – dem welt­weit ers­ten MBA-Stu­di­um für Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment und Cor­po­ra­te So­ci­al Re­s­pon­si­bi­li­ty (CSR). Darüber hin­aus ist das CSM an der Ge­stal­tung von Lehr­pro­gram­men und -ver­an­stal­tun­gen zu CSR und Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment an der Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg und an­de­ren Uni­ver­sitäten be­tei­ligt.

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Ökologische Ökonomie


https://uol.de/ecoeco/









Die ökologische Ökonomie befasst sich mit der Fragestellung, wie menschliches Handeln innerhalb der Grenzen und Bedingungen von ökologischen Systemen gestaltet werden kann. Dabei wird eine ganzheitliche Perspektive eingenommen, um Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Natur zu verstehen und nachhaltige Lösungswege zu entwickeln.

Bei der Umsetzung dieser Vision arbeiten wir mit verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Praxispartner*innen zusammen (inter- und transdisziplinär). Kooperationspartner*innen sind individuelle und organisationale Akteur*innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dabei verwenden wir eine Vielzahl von qualitativen und quantitativen Methoden, mit denen wir Erkenntnisse für die wissenschaftliche Debatte und Lösungsansätze für die Praxis erarbeiten. In zahlreichen Projekten begleiten wir lokale und regionale Prozesse (u. a. nord-westdeutscher Küstenraum und Sub-Sahara Afrika) im globalen Kontext. Unsere gesellschaftlich relevanten Forschungsthemen sind: Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Landnutzung und Stadtentwicklung, Biodiversität, sozial-ökologische Systeme, Governance, Partizipation sowie soziale Lernprozesse.

Für die Bearbeitung dieser Themen ist uns eine offene, respektvolle und humorvolle Teamatmosphäre wichtig, die durch regelmäßige Teamaktivitäten gestärkt wird. 

Universität Kassel
Supply Chain Management


https://www.uni-kassel.de/fb07/en/institutes/ibwl/faculty-chairs/seuring-prof-dr/home.html







Research in the Chair of Supply Chain Management focuses in particular on two topics: 


  1. Sustainability and Supply Chain Management and their integration towards Sustainable Supply Chain Management
  2. Supply Chain Controlling with a focus on the use of management accounting tools in supply chains.


Current Research Project

International Center for Development and Decent Work

The Group of Supply Chain Management is involved into a major research initiative on Development and Decent Work. 

This project brings together researchers from political sciences, agricultural sciences and management from the University of Kassel and six international universities. 

The € 5 Mio. initiative funded by the German Academic Exchange Service (DAAD) will run for 5 years. 

For more information, please visit the website of the ICDD at the University of Kassel


Technische Universität  Dresden
Nachhaltigkeits-Management und Betriebliche Umweltökonomie

https://tu-dresden.de/cdd/leitung_und_beteiligte/mitglieder/lebensraum-und-infrastruktur/Guenther



Die Forschungsausrichtung des Lehrstuhles widmet sich der ökonomisch-ökologischen Optimierung in Organisationen. Dabei stehen drei großen Fragen der betrieblichen Umweltökonomie im Zentrum der Untersuchungen:

  • Welche Rahmenbedingungen gelten für die privatwirtschaftlichen Unternehmen und die öffentlichen Einrichtungen und wie gehen die Organisationen mit diesen um?
  • Welche Entscheidungsinstrumente zur ökonomisch-ökologischen Optimierung sind zielführend  für die Integration ökologischer Aspekte in betriebliche Entscheidungsprozesse?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen der betrieblichen Umweltökonomie und der Zielstellung einer nachhaltigen Entwicklung?

Utilization of research knowledge in sustainable development pathways: Insights from a transdisciplinary research for development programme 

This study contributes to the ongoing discussion on how to attribute and evaluate the contribution of transdisciplinary research to sustainable development. As co-created knowledge is a key product of transdisciplinary research, we tested the hypothesis that the extent to which this knowledge is utilized beyond the project consortia, in different areas – from scientific methods and insights to policy decisions – and across a continuum of geographical scales can be used to identify potential impact pathways. 

J. Jacobi, et al. Environmental Science and Policy 103 (2020) 21–29 

Sustainability transitions: policy and practice 

During the last two decades, the concepts of 'sustainability transitions' and 'transformations' have emerged with steadily growing prominence in academic literature. Since 2010, this trend has been matched by increasing uptake of the language and logic of sustainability transitions in European policy and frameworks.

EEA Report No 09/2019 

Understanding and governing learning in sustainability transitions:

A review

Many transitions scholars underscore the importance of learning in sustainability transitions, but the associated learning processes have hardly been conceptualised. The diverse, well-established research fields related to learning are broadly ignored or loosely applied. In this paper, we systematically explore four interesting learning traditions in terms of their value for gaining an in-depth understanding of learning in sustainability transitions and their relevance for fostering learning, by connecting them to key features of transitions. The selected learning traditions from different disciplinary backgrounds provide valuable insights. None of them sufficiently addresses the complexity of transitions. They include, however, a diversity of relevant learning contexts. We conclude that they have value for investigating new areas such as learning in socio-technological regimes and in later phases of a transition, while enlightening forms of learning that have not yet been fully recognised in transition studies, such as superficial learning, unlearning, and learning to resist change.

B. van Mierlo, P.J. Beers  Environmental Innovation and Societal Transitions 34 (2020) 255–269 

NEUE ALLIANZEN FÜR SOZIAL-ÖKOLOGISCHE TRANSFORMATIONEN

Die Inhalte der Broschüre basieren auf dem Forschungsvorhaben „Neue Allianzen für Nachhaltigkeitspolitik: Kooperationsperspektiven umweltpolitischer Akteure mit Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden“ (FKZ 3717 11 104 0), welches vom Institut für ökologische Wirtschafts-forschung (IÖW), dem Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU), sociodimensions und Kommunikation & Arbeit im Auftrag des Umweltbundesamts und des Bundesminis-teriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit durchgeführt wurde (Förderzeitraum 07/17 bis 12/20). 

Die Auftraggeber übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Genauigkeit und Vollständigkeit der im Papier dargelegten Angaben sowie für die Beachtung der privaten Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Auftraggeber übereinstimmen.

Herausgeber: 
Umweltbundesamt November 2020

Third Mission

Aufgaben von Forschung und Lehre konsequent aus der Perspektive der gesellschaftlichen Funktion von Hochschulen entwickeln...

Third Mission

Die „Third Mission“ wird aktuell als ergänzende Hochschulaufgabe neu entdeckt. In ihrer Bedeutung und Reputation steht sie aber klar hinter der „First Mission“ Forschung und der „Second Mission“ Lehre. Sie soll das Aufgabenspektrum von Hochschulen eher abrunden.

Was würde es bedeuten, wenn man die „Third Mission“ als „First Mission“ denkt, d.h. auch die Aufgaben von Forschung und Lehre konsequent aus der Perspektive der gesellschaftlichen Funktion von Hochschulen entwickelt? Die These dieses Beitrages lautet: Damit wäre ein erhebliches Belebungsprogramm für die Hochschullandschaft verbunden. Es lohnt daher, eine stärkere Third Mission-Orientierung des Hochschulsystems voranzutreiben.


die Hochschule 1/2016

The Evaluation of Universities’ Third Mission and Intellectual Capital: Theoretical Analysis and Application to Italy

From being entities for knowledge creation and dissemination, universities are now asked to play an increasingly entrepreneurial role, involving networking and collaboration, as well as sustainability and social engagement. This consideration is in line with the fourth-stage intellectual capital perspective, which focuses on knowledge creation with an ecosystem focus. But which are the main approaches to manage and evaluate this new role? Can intellectual capital contribute to this evaluation process?

Sustainability 2019,11, 3455; 
doi:10.3390/su11123455

The Third Mission of the university: A systematic literature review on potentials and constraints 

In recent years, there has been increasing pressure on Universities to shift from focusing primarily on teaching and performing research, and to add an equivocal Third Mission (TM), labelled “a contribution to society”.
Unprecedented challenges have been redesigning the missions of Universities, which are often perceived as being at a crossroads.
The TM is a multidisciplinary, complex, evolving phenomenon linked to the social and economic mission of Universities in a broad sense. Existing studies mainly focus on Universities in accomplishing their traditional missions, or they offer a narrow perspective of the TM. To the best of our knowledge, no systematic literature review has been performed on the TM to comprehensively explore its heterogeneous functions, constraints, clashes and incorporation within education and research.


Technological Forecasting and Social Change
Volume 161, December 2020, 120284